Bert Kondruss, KonBriefing Research
Wir dokumentieren bekannt gewordene KI-Zwischenfälle im Jahr 2025. Die aufgeführten Fälle reichen von technischem Fehlverhalten über unglücklichen oder unsachgemäßen Einsatz von KI bis hin zu Reputationsschäden, finanziellen Verlusten oder Pannen, die Zweifel an der Kompetenz im Umgang mit künstlicher Intelligenz geweckt haben.
Technologisches Kriterium ist die Nutzung künstlicher Intelligenz im engeren und im weiteren Sinne.
  • KI-Technologie im engeren Sinne: Systeme, deren Kernfunktion auf datengetriebenem Lernen basiert und deren Verhalten nicht vollständig explizit vordefiniert ist. Beispiele: Maschinelles Lernen (ML), Generative KI (GenAI), Foundation Models
  • KI-Technologie im erweiterten Sinne: Systeme, die adaptiv, lernfähig oder sich hochgradig autonom verhalten. Beispiele: Algorithmische Systeme mit Lernkomponente, Adaptive Entscheidungs- und Optimierungssysteme, Autonome & teilautonome Systeme, Hybride Systeme (Regel + KI), Statistik- & Prognosesysteme mit Selbstanpassung
Diese Zusammenstellung bietet eine kuratierte Auswahl von Vorfällen. Gerade bei der Nutzung generativer KI / GenAI in Gerichtsverfahren weltweit sind zahlreiche weitere Fälle bekannt geworden, die hier (noch) nicht gelistet sind.

Liste der KI-Zwischenfälle und -Pannen 2025

Dezember 2025
Zwei bösrtige Chrome-Erweiterungen greifen KI-Chatverläufe ab
Sicherheitsforscher von OX Security entdeckten zwei bösartige Chrome-Erweiterungen, die private Unterhaltungen aus ChatGPT und DeepSeek abgreifen und an einen Server der Angreifer senden. Die Erweiterungen gaben sich als bekannte legitime Tools aus und hatten zusammen über 900.000 Downloads im Chrome Web Store. Eine davon war sogar mit dem offiziellen Featured-Badge von Google versehen.
Flagge GroßbritannienDezember 2025
Grafitti-Serie mit KI-Parolen in Cornwall
Grafitti - Cornwall, Großbritannien
Über Weihnachten kam es in mehreren Orten in Cornwall (England) zu 15 Graffiti-Sachbeschädigungen. Unbekannte sprühten Parolen wie „AI will replace us all“ und „AI will take our jobs“.
https://www.bbc.com/news/articles/c205g7...
Flagge Neuseeland22. Dezember 2025
Nichtexistierende Kinderbuchempfehlungen in Neuseeland
NZME - Neuseeland / Aotearoa
Ein neuseeländisches Medienunternehmen veröffentlichte in regionalen Zeitungen eine Weihnachtsbuchliste für Kinder, die mehrere Buchtitel enthielt, die nicht existierten. Autoren waren mit Büchern genannt, die sie nicht geschrieben hatten. Es wurde spekuliert, ob die falschen Titel mit künstlicher Intelligenz erzeugt sein könnten. Das Medienunternehmen gab an, dass die Liste von einer externen Quelle bezogen wurde. Es zog die Liste zurück und entschuldigte sich für den Fehler.
https://www.1news.co.nz/2025/12/27/nzme-...
Flagge USA20. Dezember 2025
Erster dokumentierter realer Einsatz des Notlandesystems Garmin Autoland
USA
Nach Druckverlust in der Kabine einer Beechcraft King Air B200 aktivierten die Piloten das Notlandesystem Garmin Autoland. Das System übernahm die Steuerung des Flugzeugs, wählte einen geeigneten Flughafen aus, kommunizierte an die Flugsicherung und brachte das Flugzeug sicher auf die Landebahn. Kein echtes KI-System, aber hochgradig autonomes Verhalten.
https://www.ainonline.com/aviation-news/...
Flagge USADezember 2025
Die KI auf X generiert sexualisierte Bilder
X / Grok - USA
Der KI-Bildgenerator Grok auf der Plattform X wurde verstärkt genutzt, um sexualisierte Bilder von realen Personen ohne deren Zustimmung zu erzeugen.
https://copyleaks.com/blog/grok-and-nonc...
Flagge USADezember 2025
KI-generierter Bericht zu einem Polizeieinsatz: Der Polizist hat sich in einen Frosch verwandelt
Heber Police Department - Heber City, Utah, USA (Wasatch County)
Die Polizei der Stadt Heber, Utah, testete zwei KI-Systeme, um schriftliche Berichte aus Body-Cam-Aufnahmen zu generieren. In einem Bericht wurde behauptet, dass sich ein Polizist in einen Frosch verwandelt habe. Es stellte sich heraus, dass im Hintergrund der Disney-Film 'The Princess and the Frog' (Deutscher Titel: Küss den Frosch) lief und die Inhalte des Films ebenfalls in den Bericht eingingen. Man erkenne daraus die Notwendigkeit, die KI-generierten Berichte zu überprüfen. Aufgrund der immensen Zeitersparnis will man jedoch an der KI-Nutzung festhalten.
Flagge Frankreich18. Dezember 2025
Gericht rügt KI-Halluzinationen im Streit um eine Sozialleistung
Tribunal judiciaire de Périgueux (Pôle social) - Périgueux, Nouvelle-Aquitaine, Frankreich
Vor dem Sozialgerichtszweig des Tribunal judiciaire de Périgueux stritt ein Leistungsempfänger mit der Sozialbehöre CAF (Caisse d’Allocations Familiales( über eine Rückforderung (indu) von rund 3.777 € zur Behindertengrundsicherung AAH (Allocation adulte handicapé) wegen angeblich fehlender gewöhnlicher Aufenthaltsnahme in Frankreich. Das Gericht erklärte den zugrunde liegenden Kontrollvorgang für nichtig und hob die Rückforderung auf. Dabei wies es ausdrücklich darauf hin, dass die vom Kläger genannten Rechtsprechungsnachweise offenbar nicht zu veröffentlichten Entscheidungen passten und forderte Kläger und Anwalt auf, künftig zu prüfen, dass über Suchmaschinen oder generative KI gefundene Fundstellen keine Halluzinationen sind.
https://www.doctrine.fr/d/TJ/Perigueux/2...
Flagge Belgien15. Dezember 2025
Halluzinierte Rechtsprechung in einem belgischen Insolvenzverfahren
Ondernemingsrechtbank Gent - Gent, Belgien
In einem Insolvenzverfahren bei der Unternehmensgerichtbank Gent beantragte die Gesellschaft die Wiedereröffnung der Debatten. Das Gericht stellte fest, dass der Antrag auf nicht existente Rechtsprechung Bezug nahm, die mutmaßlich aus unkontrollierter KI-Nutzung stammte, und wertete dieses Vorgehen als unredlich und prozessstörend.
https://juportal.be/content/ECLI:BE:ORGN...
Flagge KanadaDezember 2025
Falsches Entführungsfoto: Familie einer Vermissten mit KI-Bild erpresst
Calgary, Alberta, Kanada
Die Familie einer seit Juni 2025 vermissten Frau erhielt ein angebliches Foto, das die Frau gefesselt in einem Lieferwagen zeige, um Geld für die vorgebliche Freilassung zu erpressen. Vermutlich wurden Vermissten-Poster für die Generierung genutzt.
https://calgary.citynews.ca/2026/01/07/c...
Flagge Deutschland15. Dezember 2025
Gericht bestätigt Täuschungsvorwurf mit ChatGPT bei Schülerarbeit
Hamburg, Deutschland
Das Verwaltungsgericht Hamburg lehnte den Eilantrag eines Schülers der 9. Klasse ab, der gegen die Bewertung seines Reading Log ('Lesetagebuch') geklagt hatte. Er wollte erreichen, dass der Täuschungsvorwurf wegen Nutzung von ChatGPT bis zur Hauptsacheentscheidung zurückgenommen oder nicht weiter kommuniziert wird. Das Gericht hielt die Bewertung als Täuschungsversuch und die Note 'ungenügend' für rechtmäßig und lehnte den einstweiligen Rechtsschutz ab.
https://justiz.hamburg.de/resource/blob/...
Flagge Argentinien12. Dezember 2025
Argentinische Richterin rügt einen Anwalt wegen unkontrollierter KI-Nutzung
Argentinien
In einem interdiktalen Verfahren vor einem Gericht in der argentinischen Provinz Salta hatte ein Beklagter Berufung eingelegt, diese aber nicht fristgerecht begründet. Daraufhin erklärte das Gericht die Berufung für verfallen (desierta). Gleichzeitig stellte die Richterin fest, dass der Schriftsatz schwerwiegende Unstimmigkeiten hat und vermutet Erstellung mit KI. Sie ermahnt den Anwalt: Die Nutzung Künstlicher Intelligenz ist nicht verboten, aber der Anwalt bleibt inhaltlich voll verantwortlich.
https://www.diariojudicial.com/news-1023...
Flagge Argentinien9. Dezember 2025
Arbeitskammer Viedma warnt vor KI-Halluzinationen
Cámara del Trabajo - 1ra Circ. - Viedma, Argentinien
In einem Verfahren vor der Arbeitskammer (Cámara del Trabajo) der 1. Gerichtsbarkeit in Viedma stritt eine langjährige Angestellte einer Bäckerei u. a. über indirekte Kündigung (Eigenkündigung aus wichtigem Grund), fehlerhafte Anmeldung des Arbeitsbeginns, ausstehende Lohnbestandteile und Sozialabgaben. Das Gericht wies die Klage überwiegend ab, verurteilte die Arbeitgeberin aber zur Zahlung von Lohndifferenzen, und lehnte eine persönliche/solidarische Haftung der mitverklagten Angehörigen/Mitarbeiter ab. Am Ende thematisierte das Gericht den mutmaßlichen Einsatz generativer KI: Die Klägerseite habe Zitate angeführt, die nicht nicht auffindbar gewesen seien, was auf KI-generierte bzw. halluzinierte Fundstellen hindeute. Das Gericht verhängte aber keine Sanktionen, da der Vorgang zeitlich vor einer einschlägigen Regelung lag.
Flagge Polen2025
KI-verfasste Klage vor Gericht gescheitert
Sąd Okręgowy we Wrocławiu - Wrocław, Województwo dolnośląskie, Polen
Ein Kläger reichte vor dem Bezirksgericht Wrocław (Sąd Okręgowy we Wrocławiu) eine Schadensersatzklage ein, deren Klageschrift vollständig mithilfe von ChatGPT erstellt worden war. Die KI verwendete dabei unzutreffende bzw. nicht existierende Rechtsgrundlagen und verfälschte gesetzliche Vorschriften. Das Gericht wies die Klage als unbegründet ab und stellte klar, dass die Verantwortung für den Inhalt der Klageschrift beim Kläger liegt.
Flagge USA7. Dezember 2025
Sturz eines humanoiden Roboters weckt Zweifel an dessen Autonomie
Tesla - Miami, Florida, USA (Miami-Dade County)
Bei einer Tesla-Präsentation in Miami stürzte der humanoide Roboter 'Optimus' zu Boden. Eine auffällige Handbewegung kurz vor dem Fall weckte Spekulationen, dass der Roboter möglicherweise nicht autonom, sondern per Fernsteuerung bewegt wurde.
https://electrek.co/2025/12/07/tesla-opt...
Flagge Frankreich3. Dezember 2025
Verwaltungsgericht Grenoble weist KI-generierte Klage zurück
Tribunal administratif de Grenoble - Grenoble, Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich
Vor dem Verwaltungsgericht Grenoble griff ein Bürger eine kommunale Entscheidung im Zusammenhang mit einer Geldbuße zu einer Abfallentsorgung an. Das Gericht verwarf den Antrag als offensichtlich unzulässig, u. a. weil der angegriffene Bescheid nicht vorgelegt wurde und der Vortrag unklar blieb. In den Entscheidungsgründen hielt das Gericht fest, dass die Klageschrift offenkundig mit einem generativen KI-Tool erstellt worden sei.
https://justice.pappers.fr/decision/4250...
Flagge Tschechien1. Dezember 2025
Ordnungsstrafe gegen Anwalt wegen mangelhafter Verfassungsbeschwerde
Ústavní soud - Tschechische Republik
In dem Verfahren ging es um eine Verfassungsbeschwerde gegen eine Entscheidung des obersten Verwaltungsgerichts. Bei der ersten Prüfung stellte das Verfassungsgericht fest, dass die Beschwerde zahlreiche schwerwiegende Mängel aufwies: Es wurden nicht existierende Gerichtsentscheidungen angeführt oder bestehende Entscheidungen inhaltlich falsch wiedergegeben. Damit wies die Beschwerde typische Anzeichen ungeprüfter KI-generierter Inhalte auf. Nach Auffassung des Gerichts wurde es dadurch in die Irre geführt und der ordnungsgemäße Ablauf des Verfahrens erheblich erschwert. Das Verfassungsgericht verhängte deshalb gegen den Anwalt eine Ordnungsstrafe in Höhe von 25.000 CZK (ca. 1.030 EUR).
https://nalus.usoud.cz/Search/GetText.as...
Flagge Australien28. November 2025
KI-erstellte falsche Fundstellen im familienrechtlichen Berufungsverfahren
Federal Circuit and Family Court of Australia (Division 1) - Sydney, New South Wales, Australien
In einem familienrechtlichen Berufungsverfahren vor dem Federal Circuit and Family Court of Australia (Division 1), Appellate Jurisdiction ging es im Kern um eine Kostenentscheidung, nachdem die Berufung kurz vor der Verhandlung zurückgezogen wurde. Das Gericht stellte fest, dass in den eingereichten Schriftsätzen Künstliche Intelligenz eingesetzt worden war und dabei unrichtige bzw. nicht verlässliche Rechtsprechungsnachweise auftauchten. Weil Umfang und Art der KI-Nutzung unklar blieben und berufsrechtliche Pflichten berührt waren, ordnete das Gericht u. a. Schritte zur Weiterleitung an zuständige Aufsichts- bzw. Beschwerdestellen an und traf kostenbezogene Anordnungen. Zudem thematisierte das Gericht Risiken wie Vertraulichkeit/Geheimhaltung beim Einstellen von Prozessmaterial in KI-Tools.
https://classic.austlii.edu.au/au/cases/...
Flagge Australien24. November 2025
Halluzinierte Zitate durch KI in Schriftsätzen
Supreme Court of Victoria - Melbourne, Victoria, Australien
Der Supreme Court of Victoria befasste sich in einem nachlassrechtlichen Verfahren auch mit der Qualität eingereichter schriftlicher Unterlagen. Eine Rechtsvertreterin hatte KI-Tools entgegen gerichtlicher Leitlinien zur Erstellung von Teilen der Schriftsätze genutzt und dabei wurden nicht existente Fundstellen. Das Gericht stellte klar, dass der Einsatz von KI eine verlässliche Kontrolle der Quellen erfordert.
https://www.austlii.edu.au/cgi-bin/viewd...
Flagge RumänienNovember 2025
Viral verbreitete KI-Videos in Rumänien sollen soziale Unruhen anstacheln
Facebook - Rumänien
Mehrere KI-erstellte Videos wurden auf Facebook viral verbreitet und erhielten innerhalb weniger Tage Millionen von Aufrufen und zehntausende Shares. Die Clips enthalten manipulierte Inhalte, die soziale Spannungen verstärken und in einigen Fällen russische politische Rhetorik wiedergeben.
Flagge Schweden23. November 2025
In einem schwedischen Politik-Fernsehmagazin wird ein KI-Video als 'echt' gezeigt.
Sveriges Television (SVT) - Schweden
In einem Beitrag der Sendung 'Agenda' zur US-Einwanderungspolitik wird ein kurzes Video gezeigt, in dem ein New Yorker Polizist einen Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde ICE anschreit. Das Video war jedoch KI-generiert.
https://tv.aftonbladet.se/video/392470/s...
Flagge NeuseelandNovember 2025
Ausschluss bei Neuseelands wichtigstem Literaturpreis wegen KI-Cover
Ockham New Zealand Book Awards - Neuseeland / Aotearoa
Beim wichtigsten Literaturpreis Neuseelands, den Ockham New Zealand Book Awards, wurden zwei Bücher bekannter neuseeländischer Autorinnen ausgeschlossen, weil ihre Buchcover mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Grund dafür ist eine neue Regel, die jeglichen Einsatz von KI im gesamten Buchprojekt verbietet, einschließlich Covergestaltung. Der Ausschluss erfolgte unabhängig vom literarischen Inhalt, der vollständig von Menschen verfasst wurde. Die Entscheidung wurde kritisiert, weil Autoren meist keinen Einfluss auf das Cover haben und die Regel erst nach Einreichung der Bücher eingeführt wurde. Nach dieser öffentlichen Kritik und nach weiteren Gesprächen entschieden die Veranstalter schließlich, die betroffenen Titel zum Wettbewerb 2026 zuzulassen.
https://www.rnz.co.nz/life/books/top-wri...
https://www.nzbookawards.nz/new-zealand-...
Flagge Deutschland14. November 2025
Gericht vermutet KI-Nutzung in fehlerhaftem Schriftsatz
Verwaltungsgericht Köln - Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
In einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Köln beantragte ein Beteiligter vorläufige Akteneinsicht in einem kommunalrechtlichen Zusammenhang; der Antrag wurde abgelehnt. Das Gericht stellte dabei fest, dass das Vorbringen mehrfach fehlerhafte und unzutreffende Zitate enthielt. Diese Fehler legten nach Auffassung des Gerichts nahe, dass die Antragsschrift möglicherweise unter Einsatz eines KI-Werkzeugs erstellt und dessen Ergebnisse ungeprüft übernommen wurden. Eine eigenständige rechtliche Bewertung oder Sanktion des KI-Einsatzes nahm das Gericht nicht vor.
ECLI:DE:VGK:2025:1114.4L3030.25.00
https://nrwe.justiz.nrw.de/ovgs/vg_koeln...
Flagge ArgentinienNovember 2025
Argentinisches Gericht rügt Anwalt wegen offenbar ungeprüfter KI-Nutzung
Poder Judicial de Salta - Argentinien
In einem Strafverfahren wegen schwerwiegenden sexuellen Missbrauchs in der Provinz Salta legte die Verteidigung ein Rechtsmittel gegen die Entscheidung über die Zulassung zur Hauptverhandlung ein. Das Gericht wies das Rechtsmittel als unzulässig zurück, da diese Entscheidung nach geltendem Recht nicht anfechtbar ist. Zugleich beanstandete der Richter den eingereichten Schriftsatz, weil er deutliche Hinweise auf ungeprüfte KI-Nutzung aufwies, darunter falsche oder nicht einschlägige Gesetzesverweise, fehlerhafte Inhalte sowie nicht ausgefüllte Platzhalter. Der Richter betonte, dass die Nutzung Künstlicher Intelligenz zulässig sei, aber der Anwalt in der Verantwortung bleibe. Der Anwalt wurde aufgefordert, die zitierte Rechtsprechung nachzuweisen, andernfalls werde das Ethiktribunal der Anwaltskammer eingeschaltet.
Flagge Deutschland10. November 2025
KI-Gutachten ohne Offenlegung: Landgericht Darmstadt setzt Sachverständigenvergütung auf 0 €
Landgericht Darmstadt - Darmstadt, Hessen, Deutschland
In einem Verfahren vor dem Landgericht Darmstadt ging es um die Vergütung eines gerichtlich bestellten Sachverständigen nach dem JVEG. Das Gericht hielt das eingereichte 'Gutachten' zur Beurteilung eines körperlichen Schadens für nicht verwertbar und setzte die Vergütung auf 0,00 € fest. Ausschlaggebend war neben der fehlenden Untersuchung der Person auch, dass der Sachverständige offenbar in erheblichem Umfang künstliche Intelligenz eingesetzt hatte, dies aber gegenüber dem Gericht nicht transparent machte. Damit fehlte es an der erforderlichen persönlichen Erstellung/Verantwortung für das Gutachten.
LG Darmstadt 19. Zivilkammer, ECLI:DE:LGDARMS:2025:1110.19O527.16.00
https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bsh...
Flagge USA10. November 2025
US-Gericht rügt anwaltliches Verhalten wegen fehlerhaften Schriftsatzes
United States District Court for the Northern District of Texas - Dallas, Texas, USA (Dallas County & Collin, Kaufman, Rockwall County)
Im Rahmen einer arbeitsrechtlichen Klage einer ehemaligen Angestellten gegen ihren früheren Arbeitgeber, ein US-amerikanisches Gesundheitssystem, reichte die Anwältin der Klägerin einen Schriftsatz ein, der zahlreiche unzutreffende bzw. nicht existente Gerichtsentscheidungen zitierte. Das Gericht prüfte das Verhalten der Anwältin unter dem Gesichtspunkt anwaltlicher Sorgfalts- und Wahrheitspflichten sowie der Einhaltung lokaler Verfahrensregeln zur Offenlegung eines möglichen KI-Einsatzes. Es kam zu dem Ergebnis, dass die Anwältin gegen ihre beruflichen Sorgfalts- und Prüfpflichten verstoßen hatte. Die ursprüngliche Klage wurde durch Vergleich beigelegt.
No. 3:24-CV-2190-L-BW, Document 10
https://www.vitallaw.com/news/procedure-...
Flagge PolenOktober 2025
Polnisches Bauunternehmen nach halluzinierten Quellenangaben von einem Auftrag ausgeschlossen
Polen
Bei einer Ausschreibung für die Wartung von Straßen reichte das Unternehmen mit € 3,7 Mio das niedrigste Angebot ein. Bei der Begründung des niedrigen Preises verwies es auf KI-generierte Steuerrechtsprechungen, die nicht existierten. Darauf hin wurde das Unternehmen durch die nationale Berufungskammer (Krajowa Izba Odwoławcza, KIO) von der Ausschreibung ausgeschlossen.
Flagge GroßbritannienOktober 2025
Polizei beruft sich auf ein von KI erfundenes Fußballspiel bei Risikobewertung
Birmingham, England, Großbritannien
Bei der Risikobewertung eines Fußballspiels zwischen Maccabi Tel Aviv und Aston Villa im November 2025 berief sich die Polizei auf einen Lagebericht, der ein angebliches früheres Spiel zwischen Maccabi Tel Aviv und West Ham United als Beleg für ein erhöhtes Sicherheitsrisiko anführte. Diese Partie hatte jedoch nie stattgefunden, sondern war das Ergebnis von KI-Halluzinationen. Der Bericht floss in die Entscheidung ein, Maccabi-Fans vom Spiel auszuschließen.
https://www.telegraph.co.uk/news/2026/01...
Flagge GroßbritannienOktober 2025
Zwei Personen müssen vor den Fluten gerettet werden, weil sie sich auf falsche Tidezeiten aus einem Chatbot verlassen hatten
Großbritannien
Zwei Männer wollten bei Niedrigwasser über einen Damm zur Insel Sully Island (Bristolkanal) gelangen und anschließend wieder zurücklaufen. Dabei verließen sie sich auf von ChatGPT genannte Tidezeiten. Die KI nannte jedoch eine um ca. zwei Stunden falsche Zeit für die Ebbe, sodass der Damm bei der geplanten Rückkehr bereits überflutet wurde und die beiden Männer auf der Insel festsaßen. Sie wurden von der Küstenwache gerettet.
https://www.penarthtimes.co.uk/news/2558...
Flagge USAOktober 2025
Drei Polizeieinsätze wegen KI-generierter Bilder von angeblichen Eindringlingen
Salem, Massachusetts, USA (Essex County)
Die Polizei von Salem, Massachusetts, untersucht drei Fälle von angeblichen Eindringlingen aus dem 'AI Homeless Man Prank'.
https://abcnews.go.com/GMA/Living/police...
Flagge Dänemark15. Oktober 2025
Polizeieinsatz wegen KI-Foto
Polizeieinsatz - Roskilde, Dänemark
Ein 15jähriges Mädchen schrieb seiner Mutter, dass ein unbekannter Mann an der Tür geklingelt habe. Das Mädchen schickte der Mutter ein Bild, das den Mann zeigt, wie er auf dem heimischen Sofa liegt. Die Mutter rief darauf hin die Polizei. Es stellte sich heraus, dass das Bild mit KI generiert wurde. - Vermutlich war es Teil des Tiktop-Trends 'AI Homeless Man Prank'.
https://www.berlingske.dk/indland/falsk-...
Flagge USA15. Oktober 2025
Polizeieinsatz wegen eines KI-generierten Bildes
Fountain, Colorado, USA (El Paso County)
In Fountain, Colorado wurde die Polizei von einer Frau alarmiert, weil sie von ihrer Tochter ein Bild erhielt, das scheinbar einen Fremden im Haus zeigt.
https://www.koaa.com/money/consumer/foun...
Flagge Frankreich8. Oktober 2025
Masterstudentin scheitert mit Klage gegen Uni-Ausschluss wegen KI-Nutzung im Abschlussbericht
Tribunal administratif de Montreuil (8e chambre) / Université Sorbonne Paris Nord - Montreuil, Île-de-France, Frankreich
Vor dem Verwaltungsgericht Montreuil klagte eine Studentin gegen eine universitäre Disziplinarmaßnahme (Ausschluss für sechs Monate) der Université Sorbonne Paris Nord. Hintergrund war der Vorwurf einer Prüfungs-/Studienbetrugshandlung, nämlich der Einsatz von KI zur Erstellung ihres Master-Mémoire (Masterarbeit/Abschlussarbeit). Das Gericht stellte u. a. auf einen KI-Detektionsbericht (u. a. sehr hohe Wahrscheinlichkeit für KI-Generierung des Abstracts) sowie inhaltliche Indizien ab und hielt den KI-Einsatz als Betrug für hinreichend belegt. Die Klage wurde abgewiesen; die Sanktion sei nicht unverhältnismäßig.
Flagge USA7. Oktober 2025
Frau täuscht Verbrechen mit KI-Bild vor
St. Petersburg, Florida, USA (Pinellas County)
Eine Frau wird beschuldigt, eine Straftat vorgetäuscht zu haben, indem sie der Polizei ein mit ChatGPT erzeugtes Bild als Beweis zeigte. Sie behauptete, ein unbekannter Mann sei in ihr Haus eingebrochen und habe sie angegriffen, doch die Polizei fand keine echten Spuren einer Straftat. Sie erkannte vielmehr das Bild als Teil des TikTok-Trends 'AI Homeless Man Prank' wieder. Ermittler entdeckten, dass das Bild bereits Tage zuvor erstellt und später gelöscht worden war, was den Verdacht erhärtete. Die Frau muss sich nun wegen falscher Anzeige eines Verbrechens verantworten.
https://www.fox13news.com/news/st-pete-p...
Flagge USA2. Oktober 2025
Jugendliche täuschen mit KI-Bildern zwei Fälle von Hausfriedensbruch vor
Georgetown, Ohio, USA (Brown County)
Die zwei Fälle im Brown County, Ohio, gehörten vermutlich zum Tiktok-Trend 'AI Homeless Man Prank.'
https://www.facebook.com/permalink.php?s...
Flagge GroßbritannienSeptember 2025
KI-Scanner an Mietwagenstationen registrieren nicht alle bestehende Schäden
Sixt - Manchester, England, Großbritannien
Von einem Mietwagen-Kunden wurden fälschlicherweise $2.200 für bereits vorhandene Schäden verlangt. Offenbar registrierten die KI-Scanner an der Mietwagenstation die Schäden bei der Abholung nicht.
https://thepointsguy.com/travel/rental-c...
Flagge USASeptember 2025
Anthropic stoppt KI-gestützte Cyber-Spionage
Anthropic, US-Anbieter von KI-Systemen und Entwickler des Modells Claude, hat eine neuartige Cyber-Spionagekampagne aufgedeckt und unterbunden. Dabei wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit eine staatlich unterstützte chinesische Gruppe identifiziert. Die Angreifer nutzten das KI-Tool Claude Code, um nahezu autonom Ziele auszuspähen, Schwachstellen zu analysieren und Daten zu stehlen. Sicherheitsmechanismen wurden durch gezielte Manipulationen ('Jailbreaks') umgangen. Der technische Angriff wurde überwiegend von der KI durchgeführt und erforderte nur wenige menschliche Eingriffe. Anthropic sperrte die betroffenen Konten, warnte mögliche Opfer und kooperierte mit den Behörden. Der Vorfall verdeutlicht die Skalierungsmöglichkeiten von KI-basierten Cyberangriffen, aber auch die Wichtigkeit von KI-basierter Abwehr.
Flagge Deutschland25. September 2025
Gerichtliche Rüge wegen halluzinierter KI-Rechtsprechung
Landgericht Frankfurt/M - Frankfurt/Main, Hessen, Deutschland
In einem Berufungsverfahren aus dem Wohnungseigentumsrecht zur Streitwertfestsetzung einer Beseitigungsklage wurde die Berufung nach einem gerichtlichen Hinweisbeschluss zurückgenommen. Der Klägervertreter hatte zur Stützung seiner Rechtsauffassung mehrere angebliche BGH-Entscheidungen mit wörtlichen Zitaten, Aktenzeichen und Fundstellen angeführt. Das Gericht stellte fest, dass diese Entscheidungen vollständig erfunden waren, und äußerte die Hoffnung, dass es sich um ungeprüft übernommene KI-Halluzinationen gehandelt habe und nicht um bewusst vom Klägervertreter vorgenommene Fälschungen. Zur Überprüfung führten Kammermitglieder eigene Abfragen bei gängigen, auch juristischen, Chatbots durch, die sämtlich die zutreffende Rechtsauffassung wiedergaben. Die ungeprüfte Übernahme halluzinierter Inhalte wertete das Gericht als schweren Verstoß gegen anwaltliche Grundpflichten und als Gefährdung der Rechtspflege.
ECLI:DE:LGFFM:2025:0925.2.13S56.24.00
https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bsh...
Flagge Belgien19. September 2025
Falsche von KI-generierte Zitate bei Rede an belgischer Universität
Universiteit Gent / UGent - Gent, Belgien
Bei einer Rede zum Beginn des akademischen Jahres an der Universität von Ghent nutzte die Rektorin halluzinierte Zitate. Der Vorfall wurde später aufgedeckt, in der Folge verzichtete die Rektorin im Januar 2026 auf die Ehrendoktorwürde der Universität Amsterdam.
Flagge ItalienSeptember 2025
Unkontrollierte KI-Nutzung im Gerichtsverfahren: Abweisung der Klage und Sanktionierung
Tribunale di Torino, sezione lavoro - Turin, Piemont, Italien
In dem Fall ging es um einen arbeitsgerichtlichen Rechtsstreit vor dem Gericht in Turin, in dem die Klägerin mehrere Zahlungs- und Abgabenbescheide angriff. Das Gericht stellte fest, dass der Schriftsatz offenbar unter Einsatz von KI erstellt worden war und zahlreiche unzutreffende, zusammenhanglose und fallfremde juristische Zitate enthielt. Diese unkontrollierte KI-Nutzung führte zu einem unsystematischen und rechtlich unbehelflichen Vortrag, der als schwerwiegender Mangel der Prozessführung gewertet wurde. Infolge dessen wurde der Antrag vollständig abgewiesen, der Klägerin die Verfahrenskosten auferlegt und zusätzlich eine Sanktion wegen missbräuchlicher Prozessführung verhängt.
https://iusletter.com/wp-content/uploads...
https://www.studiocataldi.it/articoli/47...
Flagge DeutschlandAugust 2025
Professor verliert durch unachtsamen Klick die Ergebnisse von zwei Jahren Arbeit mit ChatGPT
Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Ein Professor für Pflanzenwissenschaften an der Universität Köln verlor zwei Jahre an akademischen Arbeiten, u.a. darunter Entwürfe für Förderanträge, Lehrmaterialien und Publikationen, nachdem er in ChatGPT die 'Data-Consent'-Option deaktiviert hatte. Dadurch verschwanden alle gespeicherten Chats und Projektordner ohne Warnung oder Wiederherstellungsmöglichkeit. OpenAI bestätigte, dass diese Daten nicht wiederhergestellt werden können.
https://www.nature.com/articles/d41586-0...
August 2025
Spammer verdienen an KI-generierten Holocaust-Bildern
Facebook
Eine Recherche von BBC deckt ein internationales Netzwerk von Spam-Accounts auf, die mithilfe von KI gefälschte Bilder angeblicher Holocaust-Opfer auf Facebook verbreiten. Die KI-generierten Inhalte stellen frei erfundene Szenen aus Konzentrationslagern dar und erzielen hohe Reichweiten sowie Werbeeinnahmen über Metas Monetarisierungsprogramme.
https://www.bbc.com/news/articles/ckg4xj...
Flagge Neuseeland29. August 2025
Arbeitsgericht von Neuseeland zur Verwendung generativer KI in Gerichtsakten
Employment Court of New Zealand / Te Kōti Take Mahi o Aotearoa - Auckland, Neuseeland
In einem Verfahren vor dem neuseeländischen Employment Court (ein höheres Arbeitsgericht) stellte der sich selbst vertretende Kläger den Antrag, bestimmte Teile des Verfahrens abzutrennen. Der Antrag wurde mangels stichhaltiger Gründe abgelehnt. Zudem stellte Gericht fest, dass der Kläger sich in seinem Antrag auf Gerichtsentscheidungen berief, die nicht existieren. Das Gericht hielt es für wahrscheinlich, dass diese Verweise aus generativer KI stammten. Es betonte, dass auch bei KI-Nutzung die Verantwortung für die Richtigkeit bei der einreichenden Partei liegt.
https://www.employmentcourt.govt.nz/asse...
Flagge USA2023-2025
Einsichten in die Nutzung von ChatGPT in der öffentlichen Verwaltung
USA
Kein großer Zwischenfall, sondern Erkenntnisse aus Tausenden Seiten Konversationen: Wie wurde ChatGPT und GenAI in 2 Stadtverwaltungen im US-Bundesstaat Washington genutzt? Wofür und wie wurde es genutzt? Was waren Frustrationen? Wie entwickelten sich die Regeln zur Nutzung?
Teil 1
https://www.knkx.org/government/2025-08-...
Teil 2
https://www.knkx.org/government/2025-08-...
Flagge ArgentinienAugust 2025
Zivilgericht in Argentinien rügt einen Anwalt wegen ungeprüfter KI-Nutzung
Cámara de Apelación en lo Civil y Comercial de Rosario - Argentinien
In einem Schadensersatzprozess hat ein Anwalt Berufung mit nicht auffindbaren Zitaten eingelegt. Er wurde gebeten, die Quellen zu nennen, worauf hin er die gutgläubige Nutzung von KI-Chatbots einräumte. Der Richter betonte, dass die Nutzung von KI den Anwalt nicht von seiner Pflicht entbindet, die Quellen zu prüfen. Er fordert die Anwaltskammer auf, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen, die durch unüberlegte Nutzung generativer künstlicher Intelligenz entstanden ist.
Flagge Neuseeland15. August 2025
Simulierte Gerichtsverhandlung mit KI-Beweismitteln
Auckland High Court, New Zealand Police - Auckland, Neuseeland
In einer simulierten Gerichtsverhandlung in Neuseeland wurde untersucht, wie künstliche Intelligenz als Grundlage für strafrechtliche Beweise funktionieren könnte. Es waren ein reales Gericht und reale Anwälte beteiligt. Die fiktive Anklage basierte auf KI-Analyse von Online-Daten, die Verteidigung kritisierte dabei die undurchsichtige 'Black Box'-Technologie und das Fehlen wissenschaftlicher Überprüfung. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass Polizei und Justiz moderne Technologien nutzen müssten. Jedoch zeigten sowohl der Richter als auch das Publikum deutliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der KI-basierten Analyse. Letztlich hinterließ der Prozess mehr Fragen über die Verwertbarkeit von KI-Beweismitteln als Antworten.
https://lawnews.nz/courts/mock-trial-usi...
Aufzeichnung
https://www.youtube.com/live/0ofLQSC85hU
Flagge DeutschlandAugust 2025
KI-generierte Berufung gegen Urteil eines Sportgerichts
FC Carl Zeiss - Deutschland
Der Fußballverein FC Carl Zeiss geht mit einem 73-seitigen Schreiben gegen das Urteil eines Sportgerichts in Berufung. Das Schreiben ist offenbar KI-generiert und verweist auf frei erfundene Entscheidungen.
https://www.bild.de/sport/fussball/mit-k...
Flagge USAAugust 2025
Chef der US-Cybersicherheitsbehörde lädt dienstliche Dokumente auf ChatGPT hoch
Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) - Arlington, Virginia, USA (Arlington County)
Der kommissarische Leiter der US-Cyberabwehrbehörde CISA hat im Sommer 2025 Regierungsunterlagen mit der Kennzeichnung 'For Official Use Only' in die öffentliche Version von ChatGPT eingegeben, obwohl dieses Tool für die meisten Mitarbeiter gesperrt war. Die Dateien lösten automatische Sicherheitswarnungen aus und führten zu einer internen Prüfung durch das Department of Homeland Security.
Flagge Niederlande2024/2025
Unzulässige KI-Nutzung in einer juristischen Studienleistung, Sanktionen als rechtmäßig erachtet
Universiteit van Amsterdam - Amsterdam, Niederlande
Ein Jurastudent der Universität Amsterdam gab bei einer Gruppenarbeit nicht existente Quellen an, die nach Auffassung des Prüfungsausschusses durch unzulässige KI-Nutzung entstanden waren. Die Arbeit wurde für ungültig erklärt und der Student von Erstprüfungen ausgeschlossen. Der Student wandte sich gegen diese Entscheidung. Der Staatsrat stellte fest, dass der Betrug hinreichend nachgewiesen sei und die Sanktionen rechtmäßig und verhältnismäßig seien. Die Berufung wurde zurückgewiesen, wenngleich formale Begründungsmängel festgestellt wurden.
https://linkeddata.overheid.nl/front/por...
Flagge MexikoJuli 2025
Einsatz von KI als unterstützendes Element bei gerichtlichen Entscheidungen im Bundesstaat Estado de México (Edomex)
Segundo Tribunal Colegiado en Materia Civil del Segundo Circuito - Mexiko
Ein mexikanisches Bundesgericht hatte die Höhe einer Sicherheitsleistung zu überprüfen, die von einem Bezirksgericht für eine bestimmte Klage festgelegt wurde. Es ging um die Frage, wie der Betrag objektiv und sachgerecht bestimmt werden kann. Zur Unterstützung seiner Entscheidung nutzte das Bundesgericht eine KI-gestützte Berechnung auf nachvollziehbaren Daten wie Immobilienwerten, Inflationsraten und Zinssätzen. Die endgültige Entscheidung blieb jedoch in der Hand des Richters. Aus diesem Fall wurden zwei Thesen abgeleitet: Zum einen wird der Einsatz von KI als unterstützendes Werkzeug in gerichtlichen Verfahren für zulässig erklärt, zum anderen werden grundlegende ethische Standards für eine solche Nutzung festgelegt.
Flagge Brasilien25. Juli 2025
Brasilianisches Gericht weist KI-generierte Beschwerde ab, Strafe verhängt
Tribunal de Justiça do Estado de São Paulo - São Paulo, Brasilien
Ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Santana de Parnaíba legte im Rahmen einer Klage auf Wiedereinstellung ein Rechtsmittel ein. Das Oberlandesgericht des Bundesstaates São Paulo (Tribunal de Justiça do Estado de São Paulo) nahm das Rechtsmittel nicht an, da die erforderliche Gebühr nicht entrichtet wurde. Zusätzlich stellte das Gericht bösgläubige Prozessführung fest und verhängte eine Geldstrafe, weil der Beschwerdeführer nicht existente Gerichtsentscheidungen zitierte, was auf den missbräuchlichen Einsatz künstlicher Intelligenz zurückzuführen sei.
Flagge USAJuli 2025
Vibe-Coding-Umgebung löscht Datenbank ohne Erlaubnis
Replit - San Francisco, Kalifornien, USA (San Francisco County)
Ein KI-basiertes Vibe-Coding-Tool von Replit hat laut einem Nutzerbericht ohne Erlaubnis seine Produktionsdatenbank gelöscht. Replit reagierte auf den Vorfall und kündigte Sicherheitsverbesserungen an.
Flagge USAJuli 2025
Anbieter von KI-gestützter Versicherungssoftware gehackt
HCIactive - Ellicott City, Maryland, USA (Howard County)
Potenziell betroffen waren mehr als 3 Millionen Datensätze mit personenbezogenen Daten.
https://www.govinfosecurity.com/ai-power...
https://healthspacemedia.blob.core.windo...
Flagge Niederlande7. Juli 2025
Höchstes niederländisches Verwaltungsgericht stoppt Aufhebung einer Prüfung wegen angeblichen KI-Betrugs
Raad van State - Niederlande
Eine Studentin legte am Berufsbildungszentrum ROC/MBO College Noord eine Abschlussprüfung ab, die später wegen angeblichen Einsatzes von ChatGPT für ungültig erklärt wurde. Der Vorwurf beruhte auf einer nicht belegten Beobachtung eines Aufsehers, ohne dass die Studentin zeitnah angehört wurde, sie erfuhr erst Wochen später von dem Vorwurf. Das Verwaltungsgericht Raad van State (Staatsrat der Niederlande) setzte die Entscheidung wegen schwerer Verfahrensmängel vorläufig außer Kraft.
https://uitspraken.rechtspraak.nl/detail...
Flagge Deutschland2. Juli 2025
Ein Amtsgericht rügt KI-generierte Fundstellen in Schriftsätzen
Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Das Amtsgericht Köln rügte in einem familiengerichtlichen Umgangsverfahren die Verwendung von offenbar mit Künstlicher Intelligenz generierten, frei erfundenen Fundstellen und Zitaten in einem anwaltlichen Schriftsatz. Es wies darauf hin, dass es einen Verstoß gegen die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) darstellen könne.
ECLI:DE:AGK:2025:0702.312F130.25.00
https://nrwe.justiz.nrw.de/ag_koeln/j202...
Flagge Mexiko2. Juli 2025
Oberstes Gericht in Mexiko: Urheberrecht setzt menschliche schöpferische Tätigkeit voraus
Suprema Corte de Justicia de la Nación (SCJN) - Mexiko-Stadt, Mexiko
Die Suprema Corte de Justicia de la Nación (SCJN) entschied, dass ein ausschließlich durch künstliche Intelligenz erzeugtes Werk nicht urheberrechtlich geschützt werden kann. Anlass war die Ablehnung der Registrierung eines KI-erstellten Avatars wegen fehlender menschlicher Schöpfung. Das Gericht stellte klar, dass das mexikanische Urheberrecht Autorenschaft an menschliche Kreativität knüpft und KI nicht als Urheberin anerkennt. Das Urteil gilt formal nur für den konkreten Fall, hat aber grundsätzliche Bedeutung für die Einordnung KI-generierter Werke in Mexiko.
https://www.scjn.gob.mx/sites/default/fi...
Flagge USA23. Juni 2025
Unfall bei Test eines autonomen Drohnen-Boots
US Navy - USA
Beim Test eines autonomen maritimen Drohnenfahrzeugs der US Navy kam es zu einem Unfall, als das aus dem Hafen geschleppte Drohnenfahrzeug unerwartet startete und ein Begleitboot zum Kentern brachte. Der Kapitän des Begleitboots musste aus dem Wasser gerettet werden.
Flagge KanadaMai 2025
Strategischer Plan zur Stärkung der Arbeitskräfte im Gesundheitswesen verweist auf nicht existierende Quellen
Kanada
Das Ministerium für Gesundheit und Soziales der kanadischen Provinz Newfoundland and Labrador beauftragte für $ 1,6 Mio das Unternehmen Deloitte mit der Erstellung eines Plans zur Stärkung der Arbeitskräfte im Gesundheitswesen. Der Plan verweist auf 4 Quellen, die nicht existieren und die KI-Generierung vermuten lassen.
https://theindependent.ca/news/lji/major...
Flagge Italien25. Mai 2025
Eine Stadtverwaltung in Italien nutzt KI-generiertes Bild mit 'Zombi-Menschen' für Hinweis auf Stellenangebot
Mailand, Italien
Die Social-Media-Kanäle der Stadt Mailand verbreiten eine Stellenausschreibung des Italienischen Nationalen Olympischen Komitees. In der Anzeige wird ein KI-generiertes Bild verwendet, das rund 20 Menschen zeigt, deren Erscheinung leicht monströs verfremdet ist.
Flagge DänemarkMai 2025
Dänische Zeitung veröffentlicht falsche KI-generierte Fakten über einen Schriftsteller
Politiken - Dänemark
In einem Beitrag über den dänischen Schriftsteller Harald Voetmann veröffentlichte die Zeitung Politiken eine KI-generierte Faktenbox, die mehrere Fehler enthielt. Die Zeitung bedauerte das Versehen und gab als Ursache das Testen neuer KI-basierter redaktioneller Werkzeuge an, ohne die Ergebnisse zu überprüfen.
Flagge USA22. Mai 2025
Bericht der US-Regierung zur Kindergesundheit enthält nicht-existierende Quellen - KI-generiert?
Make America Healthy Again Commission - USA
Der MAHA-Bericht der US-Regierung enthält Quellen, die nicht existieren. Es gibt Vermutungen, dass sie von KI generiert wurden. Später wurden die Quellen entfernt.
https://www.reuters.com/business/healthc...
Flagge USA18. Mai 2025
US-Zeitung druckt Sommerleseliste mit von KI erfundenen Büchern
Chicago Sun-Times - Chicago, Illinois, USA (Cook County, DuPage County)
Eine Zeitung aus Chicago hat eine Liste mit 15 Buchempfehlungen herausgegeben, von denen mindestens 10 durch die KI erfunden waren.
https://arstechnica.com/ai/2025/05/chica...
Flagge IsraelMai 2025
Polizei in Israel beruft sich auf KI-generierte Gerichtsurteile
Chadera / חֲדֵרָה, Israel
Ein Anwalt beantragte beim Gericht, ein von der Polizei beschlagnahmtes Mobiltelefon an den Angeklagten zurückzugeben. Die Polizei legte unter Berufung auf zwei Präzedenzfälle Widerspruch ein. Später stellte sich heraus, dass keiner dieser Fälle existierte; beide waren von einem KI-System erfunden worden.
Flagge Deutschland29. April 2025
KI-typische Fehlzitate in einem Vertragsstreit
Oberlandesgericht Celle - Celle, Niedersachsen, Deutschland (Landkreis Celle)
In einem Verfahren vor dem OLG Celle ging es um Zahlungsansprüche aus einem langfristigen Coaching- bzw. Beratungsvertrag und um die Frage, ob dieser als Dienst höherer Art (§ 627 BGB) einzuordnen ist. Im Berufungsverfahren spielten unzutreffende bzw. unscharfe rechtliche Zitate und Einordnungen eine Rolle, die in Struktur und Inhalt auf KI-generierte Fehlzitate hindeuteten. Trotz dieser Fehlzitate entschied das Gericht zugunsten der Beklagten, da der klägerische Vortrag prozessual nicht schlüssig war.
https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldun...
ECLI:DE:OLGCE:2025:0429.5U1.25.00
https://voris.wolterskluwer-online.de/br...
Flagge Neuseeland17. März 2025
Mutmaßlich KI-generierte Zitate vor dem neuseeländischen Employment Court
Employment Court of New Zealand / Te Kōti Take Mahi o Aotearoa - Auckland, Neuseeland
Das neuseeländische Employment Court, ein höheres Arbeitsgericht, behandelte eine prozessuale Anfrage einer Klägerin zur Verlängerung einer Zahlungsfrist sowie zur Zulassung weiterer Unterlagen. Dabei wies das Gericht darauf hin, dass eine von der Klägerin zitierte frühere Gerichtsentscheidung nicht existierte. Es stellte klar, dass dies offenbar auf die unkritische Nutzung generativer KI zurückzuführen war, und mahnte, KI-generierte Inhalte vor der Verwendung in Gerichtsverfahren sorgfältig zu überprüfen.
https://www.employmentcourt.govt.nz/asse...
Flagge NorwegenFebruar 2025
Halluzinierte Quellen in einem Bericht einer Stadtverwaltung in Norwegen
Tromsø kommune - Tromsø, Troms, Norwegen
Der Vorschlag für eine neue Kindergarten- und Schulstruktur enthielt 7 Quellen, die von ChatGPT frei erfunden waren. Eine große Wirtschaftsprüfungsagentur wurde beauftragt, den Vorfall zu untersuchen, Kosten 1,2 Millionen norwegische Kronen, ca. € 101.000. Der Ergebnisbericht wurde veröffentlicht und nennt mehrere Ursachen, u.a. dass die Verwaltung nicht auf den Einsatz von KI vorbereitet war. Die halluzinierten Quellen haben jedoch keinen Einfluss auf das Ergebnis der Strukturreform gehabt, da die Grundzüge bereits 2021 beschlossen wurden.
Untersuchungsbericht
https://www.pwc.no/no/innsikt/evaluering...
Flagge NeuseelandFebruar 2025
KI verletzt gerichtliche Namensuntersrückung
Google - Neuseeland / Aotearoa
Die KI von Google hat in Neuseeland wiederholt die gerichtliche Unterdrückung von Namen verletzt. In Such- und KI-Antwortfunktionen wurden die Namen von Personen genannt, für die ein Identitätsverbot galt.
https://www.rnz.co.nz/news/national/5420...
Flagge NorwegenJanuar 2025
Deepfake eines Bankenvorstands weist Zahlung von ca. 2 Millionen an
DNB ASA - Oslo, Norwegen
Betrüger locken Führungskräfte des größten norwegischen Finanzdienstleister-Gruppe in eine Videokonferenz. Dort gibt ein Deepfake der Chefin die Anweisung, fast 24 Millionen Norwegische Kronen auf ein Konto von Betrügern zu leisten. Der Betrugsversuch wurde jedoch bemerkt.
https://www.finansavisen.no/teknologi/20...
https://www.vg.no/nyheter/i/jQxk1q/dnbs-...
Flagge FrankreichJanuar 2025
Französischer Chatbot wird nach 3 Tagen abgeschaltet
Lucie - Frankreich
Der Chatbot Lucie musste nach 3 Tagen abgeschaltet werden. Die im Vergleich zu Systemen wie ChatGPT engen Systemgrenzen wurden nicht ausreichend kommuniziert, was zu zahlreichen belustigten Kommentaren über falsche Antworten führte.
Flagge UkraineJanuar 2025
Aggressives Crawling eines Webshops durch OpenAI
Triplegangers - Ukraine
Der Betreiber eines Webshops für Körperscans berichtet über aggressives Webcrawling durch OpenAI, bei dem in kurzer Zeit umfangreiche Daten heruntergeladen wurden. Dadurch wurde der Webshop zeitweise lahmgelegt und die Betriebskosten stiegen deutlich an.

Über KonBriefing Research

KonBriefing Research ist ein unabhängiger Researcher und Analyst, spezialisiert auf Software im Bereich Informationssicherheit, Risikomanagement und Compliance. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet hat seinen Sitz in Deutschland.
Zu den Schwerpunkten gehört die Marktanalyse zu Tools für Informationssicherheitsmanagementsysteme (ISMS Tools) nach ISO 27001 und IT Grundschutz.

Über den Autor

Bert Kondruss
Autor:
Bert Kondruss
Gründer und Geschäftsführer von KonBriefing Research,
einem Analystenunternehmen für GRC-Software
Bekannt aus ...